Reisetagebuch Schweden: Its all about Vintage – Der Riesen-Trödelmarkt Annas Kuriosa, IKEA im Wandel der Zeit und ein spektakulärer Autofriedhof
Der letzte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Mit einer Träne im Knopfloch machten wir uns auf den Weg zu unserer heutigen ersten Station, dem Trollbaum bei Torpa. Früher gingen die Menschen dort hin, weil die magischen Kräfte des Baum angeblich Zahnschmerzen heilen konnten. Uns tat zwar nichts weh, aber wir waren dennoch gespannt auf den sagenumwobenen Baum mit seinen interessanten Strukturen. Nun – dezent ernüchtert waren wir dann schon, denn fast hätten wir ihn übersehen. Er steht eher unscheinbar im Wald und ist recht dünn und komplett kahl (wir hatten beim Begriff „Trollbaum“ natürlich einen massiven wuchernden mystischen Riesenbaum erwartet). Aber die Strukturen des Stamms waren dann doch ein kleines bisschen spannend.
Dann fuhren wir weiter zu Annas Kuriosa in Hamneda, einem riesiger Antik- und Trödelmarkt mit Kultstatus. Wirklich beeindruckend, was die gute Dame da alles gesammelt hat. Es gibt 5 große Häuser voller Antik-Möbel und allerhand Kleinkram zu begutachten (und zu kaufen natürlich). Darunter auch ein paar echte Prachtstücke, wie z.b. eine Couch samt Stühlen mit tollem blauem Ornamentbezug und handbemalte große Schränke und Truhen. Da wir aber leider ausnahmsweise mal keinen Lieferwagen dabei hatten und auch mittlerweile knapp bei Kasse waren, konnten wir uns nur ein paar alte Blechdosen leisten.
Nächster Halt: Älmhult, die Wiege IKEAs. Hier entwickelte Ingvar Kamprad seine ersten IKEA-Möbel und feierte damit weltweit Erfolge. Eine aktuelle Ausstellung zeigt die Geschichte IKEAs seit den 50 Jahren, mit vielen alten Katalogen und Möbeln – der Wahnsinn! Für mich als Retro-Fan waren die Einrichtungen aus den späten 50ern und 60ern der absolute Knaller. Würd ich sofort alles kaufen und mir genau so hinstellen. Ich bitte hiermit offiziell und ausdrücklich um eine IKEA Vintage-Kollektion!

Auch Schweden scheint uns nachzuweinen, denn es regnete den ganzen Tag in Strömen. Wir machten uns auf den Weg zur letzten Station für heute: dem Autofriedhof in Ryd. Juhu, mal wieder keine Beschilderung! Nach langer Suche und der Befragung einiger Ureinwohner fanden wir ihn dann aber gottseidank doch noch. Auf dem Parkplatz stand nur ein weiteres Auto: ein VW-Bus aus Berlin. Ha, Artgenossen! Ein eindeutiger Beweis dafür, dass Berliner die Coolsten sind (neulich die zugehörige Facebook-Gruppe „Ich komme aus Berlin, ich bin automatisch cooler als du“ entdeckt, haha!). Doch nun zum Friedhof: Absolut krass und einmalig! Da liegen tatsächlich mehrere hundert zum Teil bestimmt 60 Jahre alte Autos und rosten im Wald vor sich hin. Der absolute Nostalgie-Flash. Ich knipste bestimmt eine Stunde lang Fotos, bis ich dann mit beiden Schuhen wadentief im aufweichenden Wald versank und den Rückzug antrat.


Unsere heutige Unterkunft befindet sich in Vånga und ist ausnahmsweise mal sehr schick eingerichtet. Die Ausstattung ist sehr gut, die Vermieter sehr freundlich und die Preise gehen gerade noch so: 250 SEK pro Person im Doppelzimmer.
Morgen geht es dann nach Malmö über die Öresundbrücke, durch Dänemark und dann zurück in die Heimat. Bin ich gespannt, was die Katzen sagen! Hoffentlich sind sie nicht allzu sauer, dass wir sie so lange in fremde Hände gegeben haben.
09/2011 · Stichwörter: Reisetagebuch, Schweden












